Zwei Wege, Homeoffice-Kosten abzusetzen
Das deutsche Steuerrecht bietet zwei Methoden: Die Homeoffice-Pauschale (§ 4 Abs. 5 Nr. 6c EStG) — pauschal 6€ pro Homeoffice-Tag, max. 1.260€/Jahr — oder den Ansatz der tatsächlichen Kosten über das häusliche Arbeitszimmer (§ 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG). Beide Methoden schließen sich gegenseitig aus.
Wichtig: Die Homeoffice-Pauschale steht jedem zu — ohne Nachweis eines separaten Arbeitszimmers. Tatsächliche Kosten erfordern dagegen ein separates Zimmer mit ≥90% beruflicher Nutzung und vollständige Belege.
Wann lohnt sich welche Methode?
| Kriterium | Homeoffice-Pauschale | Tatsächliche Kosten |
|---|---|---|
| Gesetzliche Grundlage | § 4 Abs. 5 Nr. 6c EStG | § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG |
| Maximalbetrag | 1.260€/Jahr | Unbegrenzt |
| Separater Raum | Nicht erforderlich | Pflicht (≥90% beruflich) |
| Belegpflicht | Nur Tage-Nachweis | Alle Belege + Grundriss |
| Berufliche Nutzung | Überwiegend (>50%) | Mindestens 90% |
| Auch für Arbeitsecke | ✅ Ja | ❌ Nein |
Entscheidungshilfe nach Lebenssituation
| Situation | Warmmiete | Flächenanteil | Tatsächliche Kosten/Jahr | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Ländliche Mietwohnung | 600€ | 15% | 1.080€ | ✅ Pauschale |
| Mittelstadt, 3-Zi | 900€ | 18% | 1.944€ | ✅ Tatsächliche Kosten |
| Großstadt (München) | 1.400€ | 17% | 2.856€ | ✅ Tatsächliche Kosten |
| Eigenheim, großes AZ | — | 20% | 3.600€+ | ✅ Tatsächliche Kosten |
| Hybrid (2T HO) | beliebig | — | — | ✅ Pauschale (einfacher) |
Tatsächliche Kosten = (Warmmiete + Nebenkosten) × Flächenanteil × 12 Monate.
Nachweise: Was das Finanzamt verlangt
| Nachweis | Pauschale | Tatsächliche Kosten |
|---|---|---|
| Homeoffice-Tagebuch | Empfohlen | Nicht nötig |
| Mietvertrag | — | Pflicht |
| Nebenkostenabrechnung | — | Pflicht |
| Grundriss mit m² | — | Pflicht |
| Strom-/Heizrechnungen | — | Pflicht |
| Fotos des Arbeitszimmers | — | Empfohlen |
Steuer-Tipp: Berechnen Sie vor Jahresbeginn mit unserem Rechner, welche Methode günstiger ist. Da Sie die Methode innerhalb eines Steuerjahres nicht wechseln können, lohnt sich eine frühzeitige Entscheidung. Im Zweifel: Sammeln Sie trotzdem alle Belege — bei der Steuererklärung können Sie dann die bessere Option wählen.