Thomas' Homeoffice-Situation
Thomas arbeitet als IT-Spezialist in einem Softwareunternehmen in München. Seit der Umstellung auf hybrides Arbeiten ist er an 4 von 5 Wochentagen im Homeoffice tätig. An einem Tag pro Woche fährt er ins Büro für Team-Meetings. Seine Wohnung hat kein separates Arbeitszimmer — er arbeitet am Schreibtisch im Wohnzimmer.
Als Angestellter hat Thomas die Wahl zwischen der Homeoffice-Pauschale und der Pendlerpauschale — allerdings nicht am selben Tag. Für ihn ist die Frage: Lohnt sich die Pauschale wirklich, oder wird sie ohnehin vom Arbeitnehmer-Pauschbetrag aufgefangen?
Schritt-für-Schritt: Thomas' Steuerberechnung
- Homeoffice-Tage pro Jahr 200 Tage
- Pauschale pro Tag × 6,00€
- Homeoffice-Pauschale gesamt = 1.200,00€
Wichtig: Die 1.200€ Homeoffice-Pauschale allein reichen nicht, um den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230€ zu überschreiten. Thomas muss seine Werbungskosten weiter optimieren, um einen echten Steuervorteil zu erzielen.
Optimierung: Weitere Werbungskosten kombinieren
Thomas kann seine Homeoffice-Pauschale mit weiteren Werbungskosten kombinieren. Hier seine vollständige Werbungskosten-Rechnung:
- Homeoffice-Pauschale (200 Tage × 6€) 1.200,00€
- Pendlerpauschale Bürotage (45 × 20 km × 0,30€) 270,00€
- Internet & Telefon pauschal (12 × 20€) 240,00€
- Kontoführungspauschale 16,00€
- Werbungskosten gesamt 1.726,00€
- Abzüglich Arbeitnehmer-Pauschbetrag − 1.230,00€
- Steuermindernder Mehrbetrag = 496,00€
- × Grenzsteuersatz (ca. 42%) × 0,42
5 Tipps für Angestellte
Tipp 1: Homeoffice-Tagebuch führen. Dokumentieren Sie konsequent Ihre Homeoffice-Tage. Ein einfaches Kalenderblatt oder eine Excel-Tabelle genügt als Nachweis gegenüber dem Finanzamt.
Tipp 2: Alle Werbungskosten sammeln. Die Homeoffice-Pauschale allein überschreitet den Pauschbetrag selten. Kombinieren Sie sie mit Fahrtkosten, Internet/Telefon, Fachliteratur und Arbeitsmitteln. Nutzen Sie unseren Werbungskosten Rechner.
Tipp 3: Arbeitsmittel separat absetzen. Laptop, Monitor, Headset — alles, was Sie beruflich nutzen, können Sie zusätzlich zur Homeoffice-Pauschale absetzen. Nutzen Sie den AfA-Rechner für die korrekte Abschreibung.
Tipp 4: Pendlerpauschale nicht vergessen. An Bürotagen können Sie die Entfernungspauschale nutzen. Bei 45 Arbeitstagen und 20 km Entfernung sind das immerhin 270€ zusätzliche Werbungskosten.
Tipp 5: Arbeitszimmer prüfen. Wenn Sie ein separates Arbeitszimmer haben und Ihre tatsächlichen Kosten (Miete, Strom, Heizung anteilig) über 1.260€/Jahr liegen, kann das häusliche Arbeitszimmer günstiger sein.
Häufige Fehler vermeiden
- Fehler 1: Homeoffice-Pauschale und Arbeitszimmer gleichzeitig ansetzen — das geht nicht.
- Fehler 2: Homeoffice-Pauschale und Fahrtkosten am selben Tag — nur eins von beiden.
- Fehler 3: Vergessen, dass die Pauschale Teil der Werbungskosten ist — sie wirkt erst oberhalb des Pauschbetrags von 1.230€.
- Fehler 4: Mehr als 210 Tage ansetzen — das Maximum ist gesetzlich begrenzt.
- Fehler 5: Keine Dokumentation der Homeoffice-Tage — bei einer Prüfung kann das Finanzamt Nachweise fordern.
Ergebnis für Thomas: Durch die Kombination von Homeoffice-Pauschale, Pendlerpauschale und Internet-Pauschale erhält er ca. 208€ Steuererstattung. Mit zusätzlichen Arbeitsmitteln könnte die Erstattung noch höher ausfallen.