Vergleich 2026

Homeoffice-Pauschale vs. Arbeitszimmer

Welche Option bringt mehr Steuervorteil? Alle Unterschiede auf einen Blick.

Der große Vergleich

MerkmalHomeoffice-PauschaleHäusliches Arbeitszimmer
Gesetzliche Grundlage§ 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG§ 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG
Tagessatz6€ pro TagTatsächliche Kosten (anteilig)
Maximum pro Jahr1.260€ (210 Tage)Unbegrenzt (bei Mittelpunkt)
Raumvoraussetzung✓ Keine — auch KüchentischSeparater, abgeschlossener Raum
Nutzungsanteil✓ Keine Vorgabe≥ 90% berufliche Nutzung
Belege / Nachweise✓ Keine (nur Tage dokumentieren)Mietvertrag, NK-Abrechnungen, Grundriss
Berechnung✓ Einfach: Tage × 6€Komplex: Fläche × anteilige Kosten
Mittelpunkt der Tätigkeit✓ Nicht erforderlichErforderlich für vollen Abzug
Kombination möglich?✗ Nicht mit Arbeitszimmer✗ Nicht mit Pauschale
Arbeitsmittel separat?✓ Ja, zusätzlich absetzbar✓ Ja, zusätzlich absetzbar
Internet/Telefon separat?✓ Ja, bis 20€/Monat✓ Ja, bis 20€/Monat
Bürokratie-AufwandMinimalHoch
Ideal fürHybrid, kein sep. RaumVollzeit-HO mit eigenem Raum

Vorteile & Nachteile

✓ Homeoffice-Pauschale

  • Kein separater Raum nötig
  • Keine Belege für Raumkosten
  • Einfache Berechnung
  • Auch an Mischarbeitstagen (ohne Arbeitsplatz)
  • Kaum Risiko bei Steuerprüfung

✗ Pauschale: Nachteile

  • Max. 1.260€/Jahr
  • Bei Angestellten erst über Pauschbetrag wirksam
  • Tatsächliche Kosten können höher sein
  • Nicht mit Arbeitszimmer kombinierbar

✓ Häusliches Arbeitszimmer

  • Unbegrenzter Abzug bei Mittelpunkt
  • Miete, Strom, Heizung anteilig
  • Renovierungskosten voll absetzbar
  • Bei hohen Mietkosten deutlich günstiger

✗ Arbeitszimmer: Nachteile

  • Separater Raum zwingend erforderlich
  • ≥ 90% berufliche Nutzung
  • Umfangreiche Belege nötig
  • Höheres Prüfungsrisiko
  • Nur bei Mittelpunkt voller Abzug

Rechenbeispiel: Wann sich was lohnt

< 105€Raumkosten/Monat → Pauschale
> 105€Raumkosten/Monat → Arbeitszimmer
= 105€Break-Even Punkt

Faustregel: Wenn Ihre anteiligen monatlichen Raumkosten (Miete + Nebenkosten × Flächenanteil) über 105€ liegen, lohnt sich das Arbeitszimmer. Nutzen Sie unseren Vergleichsrechner für Ihre individuelle Berechnung.

Was sich 2023 geändert hat

Bis 2022 gab es drei Optionen:

  • Option 1: Homeoffice-Pauschale (Corona-Regelung, max. 600€)
  • Option 2: Begrenzter Abzug Arbeitszimmer (max. 1.250€)
  • Option 3: Voller Abzug Arbeitszimmer (bei Mittelpunkt)

Seit 2023 gibt es nur noch zwei Optionen:

  • Tagespauschale: 6€/Tag, max. 1.260€ (ersetzt die alte Pauschale UND den begrenzten Abzug)
  • Voller Abzug: Tatsächliche Kosten (nur bei Mittelpunkt der Tätigkeit)

Tipps für Ihre Entscheidung

Kosten erst berechnen. Bevor Sie sich für das Arbeitszimmer entscheiden, ermitteln Sie Ihre tatsächlichen anteiligen Raumkosten mit dem Raumanteil-Rechner. Oft überschätzen Steuerpflichtige ihre Kosten.

Flexibel bleiben. Sie können jedes Jahr neu wählen. In einem Jahr mit viel Homeoffice die Pauschale, im nächsten mit hohen Renovierungskosten das Arbeitszimmer.

Im Zweifel: Pauschale. Die Pauschale ist risikoarm (kein Nachweis nötig) und für die meisten Arbeitnehmer ausreichend. Nur bei hohen Mietkosten und einem klar abgetrennten Raum lohnt sich der Mehraufwand des Arbeitszimmers.

Häufige Fehler

  • Fehler 1: Pauschale UND Arbeitszimmer gleichzeitig ansetzen — das ist nicht möglich, Sie müssen sich entscheiden.
  • Fehler 2: Arbeitszimmer ansetzen ohne separaten Raum — eine Arbeitsecke reicht nicht, der Raum muss abgeschlossen sein.
  • Fehler 3: Private Mitnutzung des Arbeitszimmers — über 10% private Nutzung kann den gesamten Abzug gefährden.
  • Fehler 4: Keine Grundriss-Dokumentation — das Finanzamt verlangt einen Grundriss mit Maßangaben.
  • Fehler 5: „Mittelpunkt der Tätigkeit“ falsch einschätzen — bei Hybrid-Arbeit ist das Homeoffice oft nicht der Mittelpunkt.

Fazit: Für die Mehrheit der Arbeitnehmer (kein separater Raum, Hybrid-Modell) ist die Homeoffice-Pauschale die bessere Wahl: einfach, sicher, kein Risiko. Das Arbeitszimmer lohnt sich nur bei hohen Mietkosten und einem klar abgetrennten, rein beruflich genutzten Raum. → Zum ausführlichen Entscheidungs-Guide

Häufige Fragen: Pauschale vs. Arbeitszimmer

Ja. Sie können sich jedes Steuerjahr neu entscheiden. Es gibt keine Bindung. Wenn sich Ihre Wohnsituation oder Kosten ändern, können Sie wechseln.

Grobe Faustregel: Ab ca. 105€ anteiliger Raumkosten/Monat übersteigen die tatsächlichen Kosten die maximale Pauschale von 1.260€/Jahr. Bei 25% Raumanteil wäre das eine Warmmiete ab ca. 420€/Monat.

Wenn beide Partner das gleiche Arbeitszimmer nutzen, kann jeder die Homeoffice-Pauschale beanspruchen (jeweils max. 1.260€). Beim Arbeitszimmer werden die Kosten anteilig aufgeteilt.

Nein. Seit 2023 gibt es nur noch zwei Optionen: Die Tagespauschale (max. 1.260€) oder den vollen Abzug der tatsächlichen Kosten (nur bei Mittelpunkt der Tätigkeit). Der bisherige begrenzte Abzug wurde abgeschafft.

Ja. Das Finanzamt verlangt einen durch Wände und Tür abgeschlossenen Raum. Eine Arbeitsecke, ein offener Loft-Bereich oder ein Durchgangszimmer reichen nicht aus. Der Raum muss büromäßig eingerichtet sein.